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Eisfelder Talmühle

Ein Stück Harzquerbahn entsteht im Maßstab 1:160

 1. Ein Traum nimmt Gestalt an

Alte verwandschaftliche Verbindungen und Kindheitserinnerungen hatten mich gleich nach der Wende, im Februar 1990 zu einer Winterwanderung in den Harz gezogen. Die früher völlig verbotenen, weil in einem anderen Kreis und im Grenzbezirk gelegenen Wege entlang der Harzquerbahn und die Fahrten damit waren einfach reizvoll. Viele Kurzreisen haben seither dorthin geführt und schon damals, im Winter 89/90 entstand der Wunsch, Teile davon in Nm nachzubauen.

Es bot sich der Bahnhof Eisfelder Talmühle an. Er ist in Nm noch so klein, daß er auf kleinem Raum ohne viele Kompromisse nachgebaut werden konnte. Er ist aber auch so groß, daß darauf ein bißchen Leben abgebildet werden kann. So stimmt die Gesamtlänge der Anlage mit 2,00m genau, lediglich die leichte Krümmung in den Ausfahrten wurde geradegerichtet um an Breite einzusparen. Auch wurde darauf verzichtet, die Ausfahrt nach Wernigerode bereits im Bahnhofsbereich ansteigen zu lassen. Diese Höhendifferenz mag mal in einem Anschlußmodul nachgebildet werden.

2. Aus dem Traum wird ein Projekt

Am Anfang stand jedoch eine Analyse des Marktes. Was gab es überhaupt? Märklin-Z-Gleise sollten es nicht sein, wegen der Weichenantriebe, also kam seinerzeit nur der komplette Gleisselbstbau in Betracht. Schwelle für Schwelle und Schienenstück für Schienenstück wurden aufgeklebt, die als zusammengelötete Gleiskonstruktionen angelieferten Weichen auf die Schwellen geklebt, alles verlötet, Trennstellen eingesägt und selbsterstellte motorische Weichenantriebe von unten her eingebaut. Bei alldem stellte sich oft die Grenze dieser kleinen Baugröße dar: Das Zusammenlöten der Gleise und dann das Herstellen der Trennstellen, das Verdrahten der völlig unisoliert gelieferten Weichen usw erwies sich als sehr zeitaufwendiges Unterfangen, sodaß ich im Nachhinein doch lieber Märklin Gleise genommen hätte, aber das Aussehen rechtfertigt manche mutlose Stunde.hquerb7.JPG (459821 Byte)

Schließlich begann auch das Einschottern und die Geländegestaltung, allerdings ist das ein Prozeß, der noch viel Kleinarbeit erfordert, spezielle Zuwendung erfordert und daher nur schubweise möglich ist.

Als Bahnhof sollte (und soll irgendwann auch noch) ein nach Originialphotos erstelltes Selbstbaumodell stehen, einstweilen tut aber ein Arnold-Fachwerkbahnhof, leicht modifiziert, ganz gute Dienste.

3. Die Gleise brauchen Rollmaterial

Hier gab es nun gar nichts. Zuerst entstand aus einer Märklin-Z-50er eine 1'E1', dann die 99 6101 auf einer 89er und schließlich eine Mallett auf zwei halbierten 24er-Fahrgestellen, alle im Messingmodellbau. hquerb4.JPG (210677 Byte)ie 99 6001, der T1 der GHE sowie eine weitere Mallett und eine weitere 1E1 sind projektiert. Die ersten Loks waren die ersten Teile überhaupt, sie waren schon halbfertig, als die Gleise wuchsen. So wurden sie auch in ihrer Fertigstellung zurückgestellt hinter einige Landschafts- und Waggonbauarbeiten und leuchten immer noch messingfarben zwischen den Wagen durch.

4. Die Loks brauchen Wagen

Schließlich wurde es dann an der Zeit, an die Fertigung von Wagen zu gehen. Da es hier nicht nur Einzelmodelle sein sollten, waren hier für eine kleine Serie viele Vorarbeiten und auch viele wegzuwerfende Nullserien aus Papier, verschiedene Versuche und auch Mißerfolge notwendig. Mit Hilfe der Säemann-Messingplatten zum Selberätzen entstanden dann die 14 Rekowagen; zusammen mit den Packwagen, die noch entstehen müssen, genug für drei Züge.

Der erste Schritt ist dabei das Beschaffen von Originalzeichnungen, was bei den Reko-Wagen ziemlich schwierig war, da die in der Literatur nicht zu finden sind. So half eine 1:20-Zeichnung aus dem AW Wittenberge, viele Originalphotos sowie schließlich die glückliche Einsicht, daß auch im Original die scheinbar so gleich aussehenden Wagen alle ein wenig andere Maße haben.

hquerb1.JPG (126784 Byte)Zuerst wurde so eine Computerzeichnung angefertigt, die scheinbar alle wichtigen Teile beinhaltete. Die Zeichnungen wurden zuerst auf Papier ausgedruckt, ausgeschnitten, gefaltet und auf provisorische Fahrgestelle gesetzt. Beim Testzusammenbau zeigte sich dann (neben offensichtlichen Zeichenfehlern), daß einige Teile (hier besonders die Bühnen) so nicht zu verwirklichen waren. Also: Neu zeichnen, neu testen, schließlich Filme anfertigen lassen, ätzen und testen. Nach einigen Fehlversuchen kam dann - gepaart mit steigenden Ansprüchen - ein ganz ansprechendes Ergebnis zustande.

hquerb3.JPG (173352 Byte)Die Wagen sind mit microtrains-Drehgestellen und -Kupplungen ausgerüstet, wobei hierfür auch die Drehgestelle abgeändert werden mußten, denn die Kupplungen sollten direkt an die Drehgestelle. Andernfalls hätten sich Drehgestell und Kupplungskasten behindert bzw ich hätte die Drehgestelle viel zu weit in die Mitte versetzen müssen, was den Wagen ihre Charakteristik genommen hätte. Die Dächer sind aus Alublech entstanden, weil sich das leichter in Form biegen läßt und nicht so stark zurückfedert. In den charakteristischen Farben der DR-Rekowagen gespritzt und nachgearbeitet geben sie dem Bahnhof die Farbigkeit und das Bahnleben, das dorthin gehört.

hquerb2.JPG (117647 Byte)Einige letzte Arbeiten sind auf den Bildern noch nicht ausgeführt: Nach dem Spritzen der Fahrgestelle und Bühnen müssen die Fensterrahmen noch mit feinstem Pinsel schwarz und dann der Steg silbern ausgelegt werden. Das ist was für die ganz ruhige Hand und bedarf der entsprechend ruhigen Stunden.

Nebenher ist aus Resten ein Holzpackwagen entstanden, der in ähnlicher Form auch im Vorbild eingestellt war.

5. In der Eisfelder Talmühle trifft sich fast alles

Da hier Züge aus drei Richtungen ankommen, dürfen hier vorbildgerecht drei Züge im Bahnhof stehen, dazu Güterzüge und einzelne abgestellte Fahrzeuge.

Um die in der Eisfelder Talmühle 1984 oft zu beobachtenden Schotterzüge nachbilden zu können, entstanden auch einige Rollwagen, die mit vierachsigen Schotterwagen und einem Flachwagen dazwischen jene charakteristische Einschotterungseinheit darstellen kann, die beim Neubau des Verbindungsstückes nach Gernrode eingesetzt war. Um das korrekt darzustellen, ist nun auch die V30 (199301) begonnen wurden, um die 996101 zu entlasten. Zur Abwechslung können die Rollwagen auch zweiachsigen Schotterwagen dienen, um den Schotterpendel-(Wende-)zug nachzubilden. Der Holzpackwagen dient dann hier - vorbildgerecht - als Steuerwagen.

Da der Gleisbau schwierig war und manche Klebestelle sich gelöst hat oder auch manche Gleisverbindungstelle aufging, war es sehr wichtig, einen SKL einzustellen, der auf einem 89er-Fahrgestell relativ einfach aufzubauen war und nun mit seiner Mannschaft bald für Gleisarbeiten zur Verfügung steht

Da auf der Harzquerbahn ja zu allen Zeiten Versuchsfahrten mit Fremd-Fahrzeugen durchgeführt worden sind, hat auch der Wismarer Schienbus von M+F eine gewisse Daseinsberechtigung.

6. Spät kommt sie, doch sie kommt...

Wie im Vorbild ließ die Streckenverdieselung lange auf sich warten, aber dann kam sie doch: Die V100 von Brawa. Aber wie sie auf 6 Beine stellen?

hquerb6.JPG (167710 Byte)Dies war der schnellste Umbau aller Zeiten: Wenn man die Motorhalterung aus dem schwarzen Umlaufspritzling rausschneidet und eine E03 von Märklin daruntersetzt, die Puffer entfernt und die microtrains-Kupplung dranbaut, hat man die Lok schon für den ersten Einsatz fertig. Eine neue Beschriftung und eine anderes farbliches Finish der Drehgestelle, sowie das Einsetzen von den beiden äußeren Teilen des auch bei Brawa extra angesetzten Gewichtes tun dann später ein Übriges. Es mutet - genau wir beim Vorbild - eigenartig an, wenn die Lok so alle anderen Fahrzeuge überragt: Sie wirkt hier wie da, selbst neben den bulligen 1'E1'-Maschinen riesig, als hätte jemand eine Minex-Lok vor eine HO-Bahn gekuppelt.

7. Spaß ....... ?

Wenn ich die vielfältigen verschiedenen Selbstbauaktivitäten anschaue, merke ich, daß alles auf seine Art Freude macht. Einerseits das Feilen an irgendwelchen Kesselaufbauten, dann das Planen und Ätzen der Wagen und schließlich das Aufforsten und die andere Landschaftsgestaltung....: Obwohl der ganze Bau sich schon mehr als 6 Jahre hinzieht (mit Pausen - kreativen und zwangsläufigen) macht es immer noch Spaß.

8. Es ist ein Diorama und kann ein Modul werden

Ursprünglich ist der Bahnhof als Diorama geplant, seine Ausführung läßt aber (in x Jahren, wenn mal noch mehr fertig ist) eingeschränkt zumindest einen gewissen Rangierbetrieb zu. Ebenso kann aber auf beiden Seiten je ein Diorama angesetzt werden, die es dann möglich machen könnten, links nach Nordhausen und rechts nach Benneckenstein wie auch nach Stiege zu fahren. Aber das ist Zukunftsmusik.........

 

Lieferantenliste:

hquerb5.JPG (188137 Byte)*Bahnhof und Telegafenmasten: Arnold

*Geländebaumaterial: Noch, Faller, Busch, Rainershagen natureals, schließlich auch einfach Baumarktgips und Styroporreste

*Fahrzeuge: Märklin (Fahrgestelle, teilweise modifiziert), KH-Modellbau (Messinggußteile als Kesselbestückungen, Sämann-Ätztechnik (für die Wagengehäuseätzbleche), marsilius-Versand für die microtrains-Drehgestelle und Kupplungen, Weinert (Farben), Brawa (199)

 

*Trabis: KeHi

*Weichenlaternen: KeHi

*Gleise und Weichen: Haubrich über Sammler-Service Peter Joseph

*Weichenantriebe: Billigmotore, Gewindestangen und Einfachstschalter von Conrad-electronic, Zahnräder von Verbeck

*Lampen, Wasserkräne und weiteres Kleinzeug entstand aus Messingprofilen, Messingrohren und Blechen.

 

 

 


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